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Die 15-jährige Maria aus Oberägeri stellte sich an der Schach-WM in Spanien der internationalen Konkurrenz und wurde beste Schweizerin.
64 Felder, neun Tage und 11 Runden voller Spannung: Die 15-jährige Maria Waaijenberg aus Oberägeri erreicht an der Jugend-Schachweltmeisterschaft in Spanien den hervor-ragenden 19. Rang. Damit erzielt sie das beste Resultat der Schweizer Delegation. Ein weiterer Höhepunkt ihrer jungen Schachkarriere steht bereits bevor
Am Schachbrett entscheiden Konzentration, Geduld und strategischer Weitblick über Sieg und Niederlage. Dass sie sich auch auf internationalem Parkett behaupten kann, bewies die 15-jährige Maria Waaijenberg aus Oberägeri eindrücklich: An der Jugend-Schachweltmeisterschaft vom 13. bis 21. Oktober im spanischen Roquetas de Mar erspielte sie sich in der Kategorie Girls U15 den ausgezeichneten 19. Schlussrang. Damit war sie die erfolgreichste Spielerin der 14-köpfigen Schweizer Delegation.
Während neun Tagen mass sich Maria mit den besten Nachwuchsspielerinnen aus aller Welt. Am Brett waren nicht nur präzise Züge gefragt, sondern auch Ausdauer, Nervenstärke und die Fähigkeit, selbst in schwierigen Stellungen den Überblick zu bewahren. Maria wusste diese Herausforderungen zu meistern:
Mit mehreren Siegen und Remis gegen international erfahrene und teilweise deutlich höher eingestufte Gegnerinnen setzte sie ein starkes Zeichen. Der 19. Rang ist weit mehr als eine erfreuliche Platzierung. Er ist der bisher grösste Erfolg einer bemerkenswerten Schachlaufbahn. Sechs Schweizermeistertitel bei den Mädchen und drei Teilnahmen an Europameisterschaften zeugen von Marias bisherigem Weg. Mit mehreren Siegen und Remis gegen international erfahrene und teilweise deutlich höher eingestufte Gegnerinnen zeigte Maria, dass sie auch auf internationalem Niveau mithalten kann. Bereits im November wartet die nächste besondere Auszeichnung: Maria wurde als eine von lediglich zwei Schweizer Juniorinnen für die ECU Academy 2026/2027 ausgewählt.
Das sechsmonatige Förderprogramm der European Chess Union richtet sich an ausgewählte Nachwuchstalente und bietet ihnen gezieltes Online-Training auf höchstem Niveau. Unter der Anleitung international renommierter Spitzentrainer erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr strategisches Verständnis zu vertiefen, ihre Spielstärke weiterzuentwickeln und sich gezielt auf kommende Herausforderungen vorzubereiten. Die Aufnahme in die Academy ist eine Anerkennung von Marias bisheriger Entwicklung und bietet ihr die Möglichkeit, ihr Schach gezielt weiterzuentwickeln.
Maria, du hast an der Jugend-Schachweltmeisterschaft in Spanien den hervorragenden 19. Rang erreicht und warst damit die erfolgreichste Spielerin der Schweizer Delegation. Was ging dir durch den Kopf, als du von diesem Resultaterfahren hast?
Ich habe mich riesig gefreut. Endlich konnte ich über weite Strecken so Schach spielen, wie ich es mir wünsche. Das hat mir gezeigt, dass ich mir mehr zutrauen kann – auch gegen starke Gegnerinnen.
Am Schachbrett entscheiden oft kleinste Details über Sieg oder Niederlage. Erinnerst du dich an eine Partie, die dir besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein Sieg gegen eine deutlich höher eingestufte Gegnerin. Ich hatte schon in der Eröffnung viel Zeit verbraucht und musste deshalb im Mittelspiel unter Zeitdruck angreifen und mich gleichzeitig verteidigen. Wir hatten nur 45 Minuten Bedenkzeit plus 30 Sekunden pro Zug. Das machte mich nervös, und ich überlegte, ob ich in ein Remis abwickeln könnte. Aber ich wollte die Partie unbedingt gewinnen. Deshalb versuchte ich, den Druck auf ihren König zu erhöhen. Schliesslich machte sie einen Fehler, den ich ausnutzen konnte.
Du konntest auch gegen teilweise deutlich höher eingestufte Gegnerinnen punkten. Mit welcher Einstellung gehst du in eine Partie gegen eine Spielerin, die auf dem Papier stärker ist als du?
Wenn Gegner auf dem Papier stärker sind als man selbst, kann man sich immer sagen, dass die Gegner den Druck haben zu gewinnen, eben weil sie stärker sind auf dem Papier. Selbst hat man nichts zu verlieren, man kann nur gewinnen und etwas aus der Partie lernen.
Schach verlangt viel Konzentration, Geduld und mentale Stärke. Wie bereitest du dich auf ein wichtiges Turnier vor, und wie gelingt es dir, nach einer verlorenen Partie wieder mit klarem Kopf ans Brett zurückzukehren?
Vor Turnieren trainiere ich mehr. Eröffnung oder Taktik oder sonst etwas. Wenn ich verliere, ärgere ich mich kurz darüber, aber ich kann es eh nicht mehr ändern. Ausserdem lerne ich mit jeder verlorenen Partie etwas dazu, was ich für die nächste Partie besser machen kann. Man sollte mit Freude am Spiel in die nächste Runde.
Du wurdest als eine von zwei Schweizer Juniorinnen für die ECU Academy 2026/2027 ausgewählt. Was bedeutet dir diese Aufnahme?
Die Aufnahme bedeutet mir sehr viel. Ich hoffe, ich werde viel aus dem Training mitnehmen können, und Spass daran haben.
Wie bringst du Training, Turniere, Schule und Freizeit unter einen Hut? Gibt es Momente, in denen du das Schachbrett bewusst beiseitelegst?
Wenn ich viele wichtige Prüfungen habe, dann spiele ich ein Turnier schon mal nicht. Ich spiele auch noch Curling, trainiere zwei Mal die Woche und dazu noch Schach. Manchmal frage ich mich auch, wie ich das schaffe. Aber ich glaube, es liegt daran, dass ich viel Spass daran habe, diese beiden Hobbys zu haben.
Wenn du einige Jahre in die Zukunft blickst: Welche Ziele möchtest du im Schach noch erreichen?
Ich möchte weiterhin meine Freude am Schach haben, und versuchen besser zu werden. Ich warte, was in der Zukunft passieren wird, und werde mein Bestes geben.
Was würdest du anderen Jugendlichen sagen, die sich
für Schach interessieren, aber noch zögern, den ersten Zug zu machen?
Schach ist ein sehr cooler Sport. Man hat Spass, findet tolle Freunde und muss nicht gleich fünfmal pro Woche mitrainieren. Man kann es einfach aus Spass zwischendurch spielen, online oder mit Freunden. Verlernen kann man es eigentlich auch nicht, man kann aufhören und ein Jahr später wieder Anfangen.
Der ChessMates Zugerland
Maria ist seit 2017 Mitglied des Schachvereins ChessMates Zugerland und wird aktuell von FIDE-Trainer Markus Regez trainiert. Der Verein feiert im Juni 2027 sein zehnjähriges Bestehen. Der Schachverein ChessMates Zugerland setzt sich dafür ein, Schach für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zugänglich zu machen und Talente gezielt zu fördern. An den Standorten Oberägeri, Unterägeri, Neuheim und Steinhausen bietet der Verein Kurse für unterschiedliche Alters- und Spielstärken an – vom Einstieg ins Schachspiel bis zum leistungsorientierten Training. Ergänzt wird das Angebot durch individuelles Privat- und Online-Training
Uwe Guntern
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