Nachhaltigkeit
Impulse für nachhaltige Städte und Gemeinden aus der Zentralschweiz
© Marco Frauchiger
Vier Tage, ein Hotel, ein Ziel: Als die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft Mitte Juni ihr Trainingslager in Nottwil bezog, ging es nicht nur um Fitness und Spielzüge. Es ging um Atmosphäre, Konzentration und darum, sich fernab des Trubels optimal auf die bevorstehende Heim-Europameisterschaft einzuschwören. Vom 16. bis 20. Juni diente das Hotel Sempachersee als Rückzugsort, Schaltzentrale und Trainingsbasis. Ein Ort, der für ein paar Tage zum Herzstück der Schweizer EM-Vorbereitung wurde.
Das Konzept war klar: Das gesamte Team inklusive Trainer- und Betreuerstab belegte alle Zimmer im Hotel. Das Aurora-Restaurant wurde exklusiv genutzt, sodass sich das Team in vertrauter Atmosphäre verpflegen konnte, ohne auf Laufkundschaft oder neugierige Blicke Rücksicht nehmen zu müssen. Noch spannender war aber die Nutzung der Meetingräume im Guido Zäch Institut, das direkt mit dem Hotel verbunden ist. Sonst ist das Institut vor allem bekannt als Standort für medizinische Bildung und Fortbildungen. In diesen vier Tagen aber wurde es zur Kommandozentrale des Nationalteams. Dort wurde analysiert, geplant und besprochen, mit Blick auf den Spielplan, auf den Gegner, auf die eigene Form.
Die Nähe zu den Trainingsanlagen war ein entscheidender Pluspunkt. Der Sportplatz der Schweizer Paraplegiker-Stiftung liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Keine langen Transfers, kein Zeitverlust, keine unnötigen Ablenkungen. Die Organisation der Trainingsinfrastruktur übernahm das Anlass-Team des SPZ, während das Hotel Sempachersee sich voll auf die interne Koordination konzentrierte. Vom Shuttle-Service über individuelle Verpflegungspläne bis zur Medienkoordination: alles lief im Hintergrund, ohne den Ablauf zu stören.
Trotz des klaren Fokus' auf die sportliche Vorbereitung gab es bewusst gesetzte Momente der Öffnung. Beim öffentlichen Training hatten Fans die Gelegenheit, das Team live zu erleben. Für viele ein besonderes Erlebnis, das Nähe schuf und gleichzeitig zeigte, wie wichtig die Unterstützung von aussen ist, gerade bei einem Turnier im eigenen Land. Auch das Freundschaftsspiel gegen die U15 des FC Luzern war mehr als nur ein Testlauf. Für die Jugendlichen ein echtes Highlight, für die Nationalspielerinnen eine willkommene Gelegenheit, unter Wettkampfbedingungen neue Abläufe zu testen und nebenbei mit dem Nachwuchs in Austausch zu treten.
Was diesen Aufenthalt besonders machte, war nicht allein die Infrastruktur, sondern das Zusammenspiel vieler Details. Ein reibungsloser Ablauf ist keine Selbstverständlichkeit, wenn eine komplette Nationalmannschaft mit allem Drumherum anreist. Doch unter der Leitung von Geschäftsführer Torsten Pinter stellte sich das Hotelteam dieser Herausforderung mit klarer Haltung, präsent, aber nicht aufdringlich. „Wir wollten keinen Rummel, sondern genau das bieten, was das Team in dieser Phase braucht“, sagt Pinter in Rückbetrachtung. Und genau das scheint gelungen zu sein.
Der Aufenthalt in Nottwil war keine grosse mediale Inszenierung, sondern ein präzise geplanter, fast schon stiller Vorbereitungsblock; und vielleicht gerade deshalb so wirkungsvoll. Kein Schnickschnack, keine Show, stattdessen Konzentration, Austausch und eine Atmosphäre, in der Leistung wachsen kann. Für das Hotel Sempachersee war es ein Einsatz jenseits des üblichen Gästebetriebs, für das Nationalteam ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zur EM.
Am Ende bleibt mehr als nur ein Eintrag im Kalender: Der Aufenthalt zeigt, wie wichtig das Umfeld für sportlichen Erfolg ist. Dass es Orte braucht, an denen sich Leistung entfalten kann. Weil Ruhe herrscht, weil Abläufe stimmen, weil Menschen im Hintergrund mitdenken. Und manchmal liegt dieser Ort eben nicht in einem grossen Sportzentrum, sondern ganz in der Nähe des schönen Sempachersees.
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