Nachhaltigkeit
Impulse für nachhaltige Städte und Gemeinden aus der Zentralschweiz
Sie unterstützen die Ausgabe der Lebensmittel in Baar (von links): Simone Bulach, reformierte Kirche, Giulia Lüscher, Glencore, und Yolanda Fässler, GGZ@Work. Foto: Jens Geisel
Die Zuger Bevölkerung hat erneut bewiesen, wie gross ihre Solidarität ist. Im Rahmen der Sammelaktion «Zuger für Zuger» kamen insgesamt über sieben Tonnen haltbare Lebensmittel zusammen. Die Spenden kommen armutsbetroffenen Menschen im Kanton Zug zugute. Letzter Woche startete in Baar die Verteilung der zusammengestellten Lebensmittelpakete
Für viele Betroffene ist der Alltag geprägt von finanziellen Einschränkungen. Wer über eine Kundenkarte von «Tischlein deck dich» oder des Caritasladens verfügt, muss beim Einkaufen jeden Franken mehrfach umdrehen. Unerwartete Ausgaben lassen sich kaum auffangen, und selbst Grundnahrungsmittel stellen oft eine Belastung für das Budget dar. Umso grösser war die Freude, als zahlreiche Kundinnen und Kunden zusätzlich zu ihrem regulären Einkauf eine Tasche mit gespendeten Lebensmitteln erhielten. Von der diesjährigen Sammelaktion profitieren rund 350 Menschen im Kanton Zug, die finanziell schlecht gestellt sind. Die zusätzlichen Lebensmittel entlasten das Haushaltsbudget spürbar und schaffen für einige Zeit mehr Spielraum. Besonders geschätzt wird dabei, dass die Taschen sinnvoll zusammengestellt sind und eine ausgewogene Auswahl an haltbaren Produkten enthalten. Die Verteilung erfolgt schrittweise über mehrere Wochen. So wird sichergestellt, dass die Taschen vom Gewicht her gut tragbar bleiben und möglichst viele Menschen erreicht werden. Gleichzeitig erlaubt diese gestaffelte Abgabe eine sorgfältige Organisation und einen reibungslosen Ablauf.
Der Erfolg der Aktion beruht auf dem breiten Engagement verschiedenster Akteurinnen und Akteure. Einen besonders grossen Beitrag leistete erneut eine reformierte Katechetin Heike Dönni, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Guetzli backte und verkaufte. Der Verkaufserlös wurde vollständig in Lebensmittel investiert. Allein diese Initiative brachte rund 1300 Kilogramm an Spenden zusammen – ein eindrückliches Resultat, das zeigt, wie wirkungsvoll gemeinsames Engagement sein kann. Auch die Wirtschaft beteiligte sich aktiv: Der Grosskonzern Glencore mobilisierte seine Mitarbeitenden, die gemeinsam etwa 1100 Kilogramm Lebensmittel sammelten. Die Tanner SA hat wiederum Kosmetikartikel gespendet. Solche Beiträge unterstreichen, dass soziale Verantwortung im Kanton Zug breit getragen wird – von Einzelpersonen ebenso wie von Unternehmen und Institutionen.
Während der Verteilaktion wird immer wieder eine besondere Form der Solidarität sichtbar. Kundinnen und Kunden tauschen untereinander Produkte aus oder geben weiter, was sie aktuell nicht benötigen. So entsteht ein unkompliziertes Miteinander, das über die eigentliche Hilfe hinausgeht. Für viele wird der Einkauf damit auch zu einem Ort der Begegnung, an dem Gespräche entstehen und Erfahrungen geteilt werden. Diese kleinen Gesten zeigen, dass Solidarität nicht nur durch grosse Mengen oder organisierte Aktionen entsteht, sondern auch im Alltag gelebt wird. Gerade für Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind solche Begegnungen von grosser Bedeutung.
Die Sammelaktion «Zuger für Zuger » wurde zwischen Dezember und Januar bereits zum 16. Mal durchgeführt. Ins Leben gerufen wurde sie von der Zuger Woche und der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ@Work). Unterstützt wird die Aktion von der katholischen und der reformierten Kirche im Kanton Zug, die ihre Netzwerke und Infrastrukturen zur Verfügung stellen. In den Pfarreien und Kirchgemeinden werden die gespendeten Lebensmittel gesammelt, abgeholt und sorgfältig sortiert. Anschliessend werden sie zu ausgewogenen Paketen kombiniert und in Taschen verpackt. Der gesamte Prozess erfolgt mit grossem ehrenamtlichem Engagement und viel Erfahrung. Die diesjährige Sammelaktion zeigt einmal mehr, wie stark der gesellschaftliche Zusammenhalt im Kanton Zug ist. Viele Menschen engagieren sich mit Zeit, Geld oder Lebensmitteln, um andere zu unterstützen. Die Aktion «Zuger für Zuger » steht damit beispielhaft für gelebte Solidarität – konkret, wirksam und nah bei den Menschen. Gerade in Zeiten steigender Kosten ist diese Unterstützung für viele Armutsbetroffene von grosser Bedeutung. Die Organisatorinnen und Organisatoren danken allen Beteiligten für ihren Einsatz und ihr Vertrauen. Sie machen deutlich: Solidarität beginnt vor der eigenen Haustürund wirkt dort am nachhaltigsten.
Uwe Guntern
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