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Feuerwehr Hünenberg mit Jahresrapport und Rückblick
Mit den Löchern wurden die Banknoten entwertet. Foto: Zuger Kantonalbank
In ein paar Monaten gib die Schweizerische Nationalbank den Gewinner oder die Gewinnerin für die neue Banknotenserie bekannt. Ein Team stammt aus Zug. Sollten sie gewinnen, würden ihre Banknoten in den 2030er- Jahren herausgegen. Etwa 140 Jahre nach den ersten Noten made in Zug.
Die nächsten Banknoten stammen vielleicht aus Zug. Von den 12 Teams, die ihre Entwürfe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zugeschickt haben, stammt eines aus Zug. Es handelt sich um die Norr Design AG. Die kleine Agentur an der Zuger Nordstrasse hat ihre Entwürfe für das Thema «Die Schweiz und ihre Höhenlagen» eingereicht und hofft auf den Zuschlag. Diesmal entscheiden nicht nur Fachexperten. Zum ersten Mal werden die Entwürfe von der Bevölkerung sowie durch einen aus externen Fachpersonen zusammengesetzten Beirat beurteilt. Die Publikumsumfragen sind letzte Woche zu Ende gegangen. Die sechs besten Entwürfe gelangen nun in eine zweite Runde, die sich auf eine mögliche Zusammenarbeit und kommerzielle Aspekte konzentriert. Anfang 2026 wird die SNB die Gewinnerin oder den Gewinner des Gestaltungswettbewerbs bestimmen und den Entscheid bekanntgeben. Finanziell gesehen, gibt es lukrativere Aufträge. Für die erste Runde gibt es aber 60'000 Franken pro Team. Wer es in die nächste Runde schafft, bekommt eine weitere Entschädigung von 5000 Franken. Die drei besten Notenentwürfe schliesslich werden zusätzlich prämiert. Und zwar mit 60'000 Franken. Über die Aufteilung diesers Preisgeldes entscheidet dann aber der Beirat.
Sollte die Norr Design AG gewinnen, wäre dies eine Sensation. Dann dürfte sich der kleine Kanton damit brüsten, in einem Jahr einen neuen Bundesrat zu erhalten und im darauffolgenden Jahr das Design der Schweizer Banknoten zu bestimmen. Die Druckmühlen für Banknoten laufen aber etwas langsamer. «Die neuen Banknoten sollen frühestens Anfang der 2030er-Jahre in Umlauf kommen.», schreibt die SNB. Dass eine Banknote made in Zug ist, wäre aber keine Neuheit. Bereits 1899 wurden Zuger Banknoten gedruckt, herausgegeben von der Zuger Kantonalbank. Die Schweizer Nationalbank hat ihr Banknotenmonopol nämlich erst 1907 erhalten. Bis dahin gaben verschiedene Kantonalbanken und private Finanzinstitute Banknoten heraus. Über 30 Notenbanken druckten ihre Werterzeugnisse. So auch in Zug.
Das Notenbild war vom Bund vorgeschrieben. Die Zuger Banknote unterschied sich zum Beispiel nicht von der Banknote, die die Zürcher Kantonalbank herausgab. Nur der Text auf der Note («Zuger Kantonalbank », beziehungsweise «Bank in Zürich») half bei der Unterscheidung. Die Noten selbst wurden auf englischem Papier im Kupferdruck hergestellt. Die erste Banknotenserie der Schweizerischen Nationalbank ab 1907 sah übrigens genau so aus wie die von Zug. Auf der Vorderseits die stehende Helvetia und auf der Rückseite Ornamente.
Die Zeit zwischen der Gründung der SNB und der Öffnung ihrer Schalter reichte damals nicht, auch noch neue Banknoten zu designen. Erst vier Jahre später, im Jahr 1911, gab die Schweizerische Nationalbank Banknoten heraus, die im Design eigenständig waren. Diese zweite Banknotenserie wurde erst 45 Jahre später durch die dritte Banknotenserie abgelöst. Zurück zu den kantonalen Geldscheinen: Das Geschäft des Notendruckens galt als lukrativ. Die Banken hofften, damit billiges Geld für den Bankbetrieb zu erhalten. Bereits 1893 wurden Zuger Banknoten herausgegeben. Und zwar im Gesamtwert von einer Million Franken. Die Stückelung geschah mittels 50er-, 100er- und 500er-Noten. Wahrscheinlich lernte man aus den Anfangsfehlern der Kollegen aus Zürich. Die gaben auch 20-Franken- Noten heraus. Weil damals alle Geldscheine mit der Hand unterschrieben werden mussten, musste sich der Zürcher Kantonsrat mit einer eigenartigen Angelegenheit beschäftigen. Der Bankpräsident und der direktor beschwerten sich über die mühsame Arbeit des Unterschreibens. 1886 wurde in Zürich eine gedruckte Unterschrift (Faksimile) erlaubt. Auch in Zug, das sieben Jahre später seine ersten Banknoten druckte, genügte ein Faksimile.
Die Kantonalbank profitierte also vom erleichterten Handel, aber musste derm Kanton als Gegenleistung eine jährliche Steuer von 3 Promille abgeben. Eine 500-Franken-Note entsprach zur damaligen Zeit einem Vermögen. Der Landesindex der Konsumentenpreise reicht leider nur bis ins Jahr 1914 zurück. Ein Franken von damals entsprach einem Konsumwert von heute 11 Franken. Der Bau des 1882 eröffneten doppelspurigen Gotthard-Bahntunnels kostete 67 Millionen Franken. Zum Vergleich: Knapp 140 Jahre später summierten sich die Kosten der Neat auf 23 Milliarden Franken (23’000 Millionen Franken). Zurück ins Jahr 1893. Die Zuger Banknoten erfreuten sich in der Bevölkerung grosser Beliebtheit. Nur sechs Jahre später, 1898, erhöhte die Bank den Gesamtbetrag der Banknotenausgaben auf 3 Millionen Franken. Der Kanton sprang auf den Zug auf und erhöhte ihrerseits die Banknotensteuer auf 6 Promille (0,6 Prozent). Mit der Eröffnung der SNB im Jahre 1907 mussten die Banken, die Banknoten ausgeben durften, dann ihre Notenemission innert dreier Jahre einstellen. 1910 wurden die letzten Zuger Banknoten umgetauscht.
Beni Frenkel
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