Handball
Niederlage für den LK Zug
Figur von der Isis mit Flügel aus der Sammlung von Luisa Francia.
Vom 15. bis 25. August wird die Kirche St. Johannes in Zug zum Begegnungsraum für Göttinnenfiguren aus 30'000 Jahren und allen Kontinenten. Die Sammlung von Luisa Francia, tritt in Dialog mit der christlichen Symbolik.
Sind Göttinnen nicht etwas fürs Museum oder für esoterische Zirkel? Die Antwort auf diese Frage ist eine Einladung. Für 10 Tage kommt die weibliche Verwandtschaft der jüdisch-christlich-islamischen Tradition zu Besuch. Kirchenraum, Fragen, Bibeltexte und 38 Gestalten lebendiger Urkraft eröffnen einen Dialog. Wer möchte, kann sich in den Kreis der Figurinen setzen. Einige dürfen in die Hand und auf den Schoss genommen werden. Das unaufgeregte, gastliche Miteinander steht Kirchenmitgliedern und kirchenfernen Besucherinnen und Besuchern gleichermassen offen. Die Ausstellung erkundet, wie Identität nicht durch Abgrenzung, sondern durch Verbindung wächst.
Herzstück ist die über vier Jahrzehnte gewachsene Sammlung von Luisa Francia – Autorin, Filmemacherin zu weiblicher Spiritualität und Magie. Sie umfasst rund 100 Exponate, von der Frauenfigur von Willendorf über Isis, Ashera, Kubaba und Durga bis zu Marien-Statuetten, Originale wie Repliken. 2024 übergab Francia ihre Sammlung dem Verein Göttinnenraum (goettinnenraum.ch). Seither ist sie durch weitere Exponate und Sammlungen gewachsen. Die öffentlich zugängliche Sammlung bringt Frauen, Männern und Kindern von heute, weibliche Macht in Figurinen aus aller Welt nahe.
«Wer sich auf Bibel und Tradition beruft, muss vor Göttinnen keine Angst haben», sagt Regula Grünenfelder, theologische Initiantin und Leiterin der Ausstellung. «Frühere religiöse Traditionen wurden lange als dunkle Folie missbraucht, vor der die eigene Religion besonders hell strahlt. Wir kehren das um: Wertschätzung durch Gastfreundschaft. Eine Identität, die sich ihrer Verwandtschaften bewusst ist, kann selbstbewusster und gelassener mit dem Anderen umgehen – dafür braucht es heute Orte und Initiativen. Religion soll nicht für Abgrenzung instrumentalisiert werden, sondern Menschen nähren, beheimaten und verbinden.»Kuratiert und inszeniert wird die Ausstellung von Sonja Koch, die den Göttinnenraum eingerichtet hat. Die fachliche Expertise zu den Exponaten steuert das Team des Vereins Göttinnenraum bei. Die nachhaltige, mobile Ausstellung wird nach St. Johannes in weiteren Kirchen zu Gast sein. Während der Laufzeit ist immer jemand vor Ort – für Gespräche, Fragen und Begegnung. Das Veranstaltungsprogramm, ein Hörstuhl, ein Stille-Stuhl mit Buchregal und ein Schreib- und Kreativbereich laden zur Vertiefung ein.
Die Bedeutung und Tragweite der Thematik zeigt sich in den Veranstaltungen. Einige Anlässe geben Raum für gemeinsame Erfahrungen in der Musik, im Tanzen und im Gestalten. Andere thematisieren die politische und persönliche Dimension weiblicher Macht – und ihr Verschweigen. Weitere geben kritischen Rückfragen zu Provenienz und Aneignung Raum oder erkunden Bedeutung und Rolle von Göttinnen im interreligiösen Gespräch und in der Bibel.
Die Ausstellung findet vom 15. bis 25.August von jeweils 7 bis 19 Uhr in der Kirche St.Johannes in Zug statt.
RED
Lade Fotos..