Nachhaltigkeit
Impulse für nachhaltige Städte und Gemeinden aus der Zentralschweiz
Rechtsanwalt und Polizist: Kommandant Armbruster leitet die Zuger Polizei.
Selten ist die Kantonspolizei so gefordert wie aktuell. Neben der üblichen Arbeit der Prävention und Sicherheit ist sie auch in der Cyber-Kriminalität eingespannt. Kann ein kleiner Kanton das überhaupt noch stemmen und findet man noch ausreichend Personal? Im Gespräch mit dem Polizeikommandanten Thomas Armbruster.
Lautes Gewimmel am vorletzten Sonntag im Stierenmarktareal. Die Zuger Polizei, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug, der Rettungsdienst Zug, die Zivilschutzorganisation des Kantons Zug und die Zugerland Verkehrsbetriebe haben ihre Zelte aufgerichtet und die Fahrzeuge nochmals geputzt. Gerade hat der «Zuger Action Day» begonnen und Thomas Armbruster, Kommandant der Zuger Polizei, setzt sich kurz hin «20 Minuten!», sagt er. So lange darf das Interview dauern. Danach will er wieder «unter die Leute». Seit 2018 leitet der frühere Rechtsanwalt die Zuger Polizei. Armbruster ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern.
Herr Kommandant, in ein paar Minuten führt Ihre Spezialeinheit Luchs eine Vorführung auf. Im Areal stehen Dutzende Fahrzeuge, sogar ein Blitzkasten kann bewundert werden. Warum nehmen Sie am Zuger Action Day teil?
Die Öffentlichkeitsarbeit ist uns enorm wichtig. Der Wunsch, unsere Arbeit der Bevölkerung zu zeigen, hat vor allem nach der Corona-Epidemie stark zugenommen. Das letzte Mal, als wir uns so präsentierten, war 2018, also auch schon sieben Jahr her. Damals zeigten wir uns aber «indoor», also in unserem Hauptsitz.
Warum nicht dieses Mal?
Wir sind grösser geworden, die Räume wurden enger. Gemeinsam mit den Zuger Verkehrsbetrieben ist dann die Idee entstanden, einen Tag der «Blaulicht-Organisationen» durchzuführen.
An ihrem jährlichen Sicherheitsanlass sagte Sicherheitsdirektorin Laura Dittli vor einem halben Jahr: «Die Zuger Bevölkerung darf sich zurecht sicher fühlen.» Ist das wirklich so?
Ja! Unser Kanton ist einer der sichersten Kantone der Schweiz. Ich will hier aber nicht Schönfärberei betreiben und uns über alle Massen loben. Wir sind ein relativ kleiner Kanton mit 130'000 Einwohnerinnen und Einwohner, aber bieten Arbeit für 120'000 Menschen. Hinzu kommen 40'000 Firmen. Das sind grosse Zahlen, die uns in der Polizeiarbeit tagtäglich konfrontieren.
Zum Beispiel die digitale Kriminalität?
Richtig. Diese stellt eine grosse Herausforderung dar, besonders für die vulnerable Bevölkerung, Damit meine ich vor allem die Jungen und die Alten. Wir gehen aktiv auf sie zu. In den Schule und in den Altersheimen. Auch sonst suchen wir aktiv den Kontakt zu den Menschen, zum Beispiel mit einem eigenen Stand an der Zuger Messe.
Haben Sie überhaupt genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nebst der Polizeiarbeit auch die Bevölkerung zu sensibilisieren?
Das ist ein Teil unserer Arbeit. Wir haben vielleicht nicht die höchste Polizeidichte im schweizweiten Vergleich. Dafür haben wir einen Korpsgeist, der einzigartig ist, und der mir am Herzen liegt.
Nur wegen guter Stimmung gehen Interessierte aber nicht zurPolizei.
Deswegen nutzen wir auch den Zuger Action Day, um potentielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unsere vielseitige Arbeit zu zeigen. Und: Wir haben eine gute Bewerbungslage.
Es wird immer schwieriger, mit einem «normalen» Lohn, in Zug eine Wohnung zu finden. Können Sie Aspiranten da Hoffnung geben?
(Seufzt) Wir tun alles, was wir können. Aber leicht ist die Wohnungssuche für niemanden. Aus diesem Grund haben wir den Wohnsitzrayon für unsere Mitarbeitenden angepasst und vergrössert.
Kommen Sie da den anderen Kantonspolizeien nicht «ins Gehege»?
Wie in vielen Bereichen und Themen pflegen wir einen offenen und partnerschaftlichen Austausch unter den einzelnen Polizeikorps. Bezüglich der Personalrekrutierung ist ganz wichtig zu wissen, dass wir nicht aktiv Polizistinnen und Polizisten von anderen Korps abwerben.
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