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Feuerwehr Hünenberg mit Jahresrapport und Rückblick
Maria Greco arbeitet seit über 25 Jahren als freiberufliche Theaterschaffende.
Maria Greco wird mit dem Zuger Anerkennungspreis 2025 ausgezeichnet. Damit werden ihre langjährigen und vielseitigen Beiträge zum kulturellen Leben im Kanton Zug gewürdigt. Ihr Schaffen reicht von offenen Bühnen über Sagentouren bis hin zu kritischen Stadtführungen.
Die Theatermacherin, Autorin und Erzählerin Maria Greco prägt die Kulturszene seit mehr als 25 Jahren mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten – von literarischen Performances über Theaterproduktionen bis hin zu partizipativen Stadtführungen mit gesellschaftskritischem Fokus. Bekannt ist Greco unter anderem für den «schrägen Mittwoch», die älteste offene Bühne der Schweiz, die sie seit 2002 organisiert – zunächst im Burgbachkeller, später in der Galvanik. Dort bietet sie bis heute lokalen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform.
Mit ihrer aktuellen Theater-Tour «unschuldig schuldig» lässt sie den letzten grossen Zuger Hexenprozess aus dem Jahr 1737 lebendig werden. In eindrücklicher Weise erzählt sie die Geschichte von Katharina Kalbacher und weiteren Angeklagten, deren letzter Gang vom Gefängnis bis zur Hinrichtungsstätte nachgezeichnet wird. Neben ihrer Theaterarbeit widmet sich Greco auch intensiv dem zugerischen Sagenschatz. Ihre Sagentouren in Gemeinden wie Zug, Baar, Menzingen oder Walchwil erfreuen sich grosser Beliebtheit. 2009 veröffentlichte sie das Buch «Zuger Sage – Legände und Gschichte us em Kanton Zug», das traditionelle Erzählungen in die heutige Zeit holt.
Ihr Engagement geht jedoch über die Bühne hinaus. In Zusammenarbeit mit der Erklärung von Bern – heute Public Eye – gestaltete sie Stadtführungen, die sich mit fairem Konsum und dem globalen Rohstoffhandel in Zug auseinandersetzten. Ähnliche Projekte führte sie später in Luzern durch. Auch im Vorstand des Vereins KunstKiosk Baar war sie viele Jahre aktiv und organisierte unter anderem die «Dada-Soirées». Maria Grecos leidenschaftliches und kontinuierliches Schaffen sowie ihre Fähigkeit, Geschichten auf vielschichtige Weise erlebbar zu machen, haben der Zuger Kultur unverkennbare Impulse gegeben. Der Regierungsrat des Kantons Zug betont, dass diese herausragenden Leistungen nun sichtbar gewürdigt und geehrt werden sollen. Wir wollten wissen, wer sich hintren der öffentlichen Persion Maria Greco verbirgt und führten mit ihr ein etwas persönlicheres Interview.
Was bedeutet Ihnen der Kanton Zug – als Heimat, Rückzugsort oder Inspiration?
Obwohl ich gerne umherreise, ist das nach Hause kommen immer wieder etwas Schönes. Der Kanton Zug ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen und fühle ich mich verwurzelt. Ich bin gerne am See, das ist sehr entspannend.
Wann fühlen Sie sich am meisten «bei sich selbst» – im Alltag oder in besonderen Momenten?
Wenn ich am Wandern oder Schwimmen bin.
Gibt es ein Lieblingsgericht oder eine Zutat, die bei Ihnen nie fehlen darf – sei es im Kühlschrank oder auf dem Teller?
Ein Kühlschrank ohne Käse ist wie ein Regal ohne Bücher. Ich kann auf vieles verzichten, aber auf Käse zu verzichten fällt mir schwer.
Was ist Ihr persönlicher Energie-Booster, wenn Sie einen langen oder fordernden Tag vor sich haben?
Mit zunehmendem Alter nimmt man grundsätzlich vieles etwas gelassener, zum Glück. In der Bewegung, im Laufen finde ich Ruhe, das gibt mir Energie.
Gibt es ein Erlebnis, das Sie besonders geprägt hat?
Es gibt einige Erlebnisse, die mich geprägt haben, mit den Kindern, der Familie. Man erinnert sich vor allem an die schönen Momente, die traurigen Erlebnisse blendet man gerne aus, obwohl die genauso wichtig sind.
Welche Eigenschaft schätzen Sie an anderen Menschen besonders?
Wenn Menschen offen und ehrlich sind, ist das schon viel wert.
Worüber können Sie heute noch herzhaft lachen – ganz egal, wie oft Sie es schon erlebt haben?
Eigentlich über vieles, immer wieder, denn Lachen ist sehr gesund. Ein konkretes Beispiel weiss ich jetzt nicht gerade.
Welches Buch liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?
Ich habe immer mehrere Bücher auf dem Nachttisch, im Moment sind es etwa fünf oder sechs. Etwa das von Dunja Bulinsky, der «Garten des Scharfrichters». Nach Lust und Laune lese ich mal einen Krimi oder auch Kurzgeschichten.
Welcher Mensch aus der Geschichte wären Sie gernegewesen?
Was für eine Frage. Menschen aus der Geschichte sind meistens tot. Grundsätzlich möchte ich niemand anders sein als ich selbst, als Individuum, das einen ganz kurzen Moment auf dieser Erde verweilen darf und irgendwann gehen muss. Ich wünsche auch nicht in irgendeiner anderen Form wieder zu kommen. Aber um die Frage zu beantworten: alle, nur kein männlicher Despot.
Wenn Sie einen Tag lang machen könnten, was Sie wollen – wie sähe dieser Tag aus?
Das wäre jedes Mal etwas anderes, aber jetzt grad wäre es auf einem Boot, in den Wellen schaukeln, und zum Horizont schauen.
Haben Sie einen oder mehrere Lieblingsmenschen?
Ja, gewiss! Meine Lieblingsmenschen sind mein Mann, Erich und meine beiden Kinder, Robert und Isabel.
Mit dem mit 15’000 Franken dotierten Zuger Anerkennungspreis würdigt der Regierungsrat Personen, die das kulturelle Leben im Kanton
Zug über längere Zeit wesentlich
mitgestaltet haben. Auf Antrag der kantonalen Kulturkommission wird der Preis alle zwei bis drei Jahre
vergeben.
Uwe Guntern
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