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Feuerwehr Hünenberg mit Jahresrapport und Rückblick
Von links: Esther Camara (Mitarbeiterin Fachbereich Soziokultur), Fabian Büechi (Leiter Fachbereich Soziokultur) und Stadtrat Etienne Schumpf (Vorsteher Bildungsdepartement) in der Quartierbox Schleifi im Herti-Quartier. Foto: zvg
Die Stadt Zug will das Wachstum aktiv mitgestalten und gleichzeitig ihre hohe Lebensqualität bewahren. Mit der neuen «Strategie Zusammenleben» setzt der Stadtrat auf Partizipation, Eigeninitiative und stärkere Netzwerke in den Quartieren.
Die Stadt Zug hat ein umfassendes Konzept vorgestellt, das die Gemeinschaft in den Quartieren stärken und den Herausforderungen des Wachstums begegnen soll. Unter dem Titel «Strategie Zusammenleben» liegt nun ein übergeordnetes Dokument vor, das die Bedürfnisse der Bevölkerung ins Zentrum rückt und konkrete Massnahmen für Kinder-, Jugend- und Quartierarbeit definiert.
Im Unterschied zu rein planerischen Ansätzen setzt die Strategie auf die aktive Mitgestaltung der Einwohnerinnen und Einwohner. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess wurden alle Altersgruppen sowie die ausländische Bevölkerung einbezogen. Online-Umfragen, Mitwirkungsanlässe und Gespräche mit Quartiervereinen, Verwaltung und externen Fachstellen – unter anderem mit der Hochschule Luzern und mrc research & consulting – bildeten die Grundlage für die nun vorliegende Ausrichtung. «Die Stärkung der Gemeinschaft und der Quartiere sehen wir als Chance, das Wachstum der Stadt Zug aktiv mitzugestalten», betont Stadtrat Etienne Schumpf, Vorsteher des Bildungsdepartements. Der Grundgedanke: Gemeinschaft soll ein Angebot sein, das Menschen verbindet, aber niemanden zwingt. Die Strategie ist eingebettet in bestehende Leitbilder und Konzepte wie das Bildungsleitbild oder das Kinder- und Jugendkonzept und übernimmt dadurch eine wichtige koordinierende Rolle. Gleichzeitig zeigt sie neue Stossrichtungen für das Zusammenleben auf – etwa den Ausbau von Begegnungszonen und Freiräumen, insbesondere in dynamisch wachsenden Gebieten wie Herti, Lorzen und Guthirt.
Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeichnen ein positives, aber differenziertes Bild: Grundsätzlich herrscht Zufriedenheit mit dem Zusammenleben, doch Potenzial für Verbesserungen ist klar erkennbar. Insbesondere der Wunsch nach Orten, die spontane Kontakte ermöglichen und nachbarschaftliche Beziehungen fördern, wurde deutlich. Die «Strategie Zusammenleben» versteht sich als Antwort auf ein Postulat der FDP-Fraktion vom Januar 2024. Im Fokus stehen Eigeninitiative, passgenaue Angebote, die enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und eine stärkere Vernetzung innerhalb der Quartiere und das wirtschaftliche Potenzial zum Wohle aller nutzt.
Mit der Strategie setzt die Stadt ein klares Signal: Zug soll nicht nur wirtschaftlich wachsen, sondern auch als Wohn- und Lebensraum überzeugen. Die Stadt will nicht abwarten, bis sich Veränderungen von selbst einstellen, sondern aktiv gestalten – gemeinsam mit der Bevölkerung und für eine Zukunft, in der Nachbarschaft, Teilhabe und Lebensqualität im Mittelpunkt stehen.
Ein wichtiges Ziel ist es, der zunehmenden Anonymisierung in den Quartieren entgegenzuwirken. Je stärker eine Stadt wächst, desto eher verlieren Nachbarschaften ihre persönliche Prägung. Dem will Zug aktiv begegnen: mit Projekten, die die Eigeninitiative fördern, mit passgenauen Angeboten, die die verschiedenen Bedürfnisse berücksichtigen, und mit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Stadt, Quartieren und lokalen Akteuren. Die Vision, die sich aus der «Strategie Zusammenleben» ergibt, ist die einer lebenswerten, vielfältigen Stadtgemeinschaft, die ihre Identität bewahrt, zugleich aber offen für Neues bleibt. Wirtschaftliches Wachstum soll nicht im Widerspruch zum Gemeinwohl stehen, sondern gezielt so genutzt werden, dass alle davon profitieren. Was bedeutet das im Alltag? Denkbar sind neue Treffpunkte für Jugendliche, gemeinsame Projekte in der Nachbarschaft, mehr Unterstützung für Vereine, aber auch Informationsangebote für Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger. Durch solche konkreten Schritte soll das abstrakte Ziel «Zusammenleben» sichtbar und erlebbar werden.
Uwe Guntern
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