Stadt Zug
Historische Kirche wird umfassend restauriert
Der Bahnhof Baar wird in den nächsten Jahren viele Veränderungen erleben.
Mehr und schneller: Mit dem Bau des Zimmerberg-Basistunnels 2 rücken Zürich und Zug näher zueinander. Die Bahnfahrt soll schneller und die Frequenzen gesteigert werden. Das Bahnhofsareal in Baar erfährt ein komplettes Lifting.
Die SBB haben im Raum Baar bis 2040 Grosses vor: Zwischen Baar und Zug ist ein weiteres Gleis geplant, der Bahnhof soll um einen Perron und eine zusätzliche Unterführung erweitert werden und dank des Zimmerberg-Basistunnels 2 von der Litti nach Thalwil wird Baar noch besser an Zürich angebunden. Für die Reisenden soll die Fahrt gemäss SBB um ein «paar Minuten» verringert werden. Wie viel genau, weiss selbst die SBB nicht. Sie schreibt auf Anfrage: «Hierzu machen wir zum jetzigen Projektstand noch keine genaueren Angaben, da bis zur Fertigstellung noch weitere Einflussfaktoren die Reisezeit beeinflussen könnten.»
Der Bahnhof Baar wird im Zuge der Planungen zu einer Mobilitätsdrehscheibe. Die Pendlerzahlen werden deutlich steigen. Gegenüber der Zuger Woche schreibt die Gemeinde: «Die Gemeinde Baar verfügt nicht über eigene Zahlen, sondern stützt sich auf die Prognosen der SBB. Diese rechnen mit einer Frequenzsteigerung im Bahn- und Busverkehr um über 80 Prozent – von 9800 im Jahr 2016 auf 18'000 Passagiere im Jahr 2035» Im Zuge dieser Ausbauten der Bahn- und Businfrastruktur wird im Rahmen einer Testplanung das Potenzial des Bahnhofareals sowie der angrenzenden Flächen entlang der Gleise geprüft. Die Gemeinde spannt dafür mit den SBB und der Migros-Pensionskasse als weiteren Eigentümerinnen zusammen. «Die Testplanung soll aufzeigen, in welche Richtung die Entwicklung gehen kann», sagt der Baarer Gemeinderat Zari Dzaferi. Dabei gelte es, die zahlreichen Nutzungsansprüche zu berücksichtigen. Der Bahnhof ist mehr als ein Umsteigeort, er ist auch ein Verkehrsknotenpunkt, ein Treffpunkt sowie Wohn- und Gewerbestandort.
«Das Bahnhofareal ist einer der wichtigsten Alltagsräume in Baar», stellt Simon Kretz fest. Der Architekt und Städteplaner hat sich intensiv mit dem Bahnhof Baar auseinandergesetzt und begleitet den Planungsprozess. Eine Testplanung sei das ideale Mittel, um das Bahnhofareal zu entwickeln. Mehrere Teams arbeiten parallel und interdisziplinär. «Gemeinsam wird aus verschiedenen Perspektiven auf den Bahnhof Baar geschaut», erklärt er. Angesichts des langen Planungshorizonts sei es wichtig «nicht zu eng zu denken, so dass auch zukünftige Anforderungen, die man momentan noch gar nicht kennt, nicht verunmöglicht werden». Einen hohen Stellenwert nehmen in der Testplanung auch die Bedürfnisse der Baarerinnen und Baarer sowie der Pendlerinnen und Pendler ein. «Der Einbezug der Bevölkerung ist an einem solch zentralen Ort unerlässlich», betont Zari Dzaferi. Noch bevor die Testplanung startet, wurde deshalb eine erste Mitwirkung lanciert. Auf einer Website konnten vom 18. Juni bis 20. Juli Ideen zur Zukunft des Bahnhofareals eingebracht werden. Die Bevölkerung konnte sich zur heutigen Situation äussern und Prioritäten bezüglich Mobilität, Aufenthaltsqualität und Angeboten vorschlagen. 109 Personen hätten sich dabei geäussert, so die Gemeinde auf Anfrage.
Mit Interesse verfolgen auch die SBB und die Migros-Pensionskasse diesen Prozess. «Das Bahnhofareal wird künftig eine noch wichtigere Rolle als Verkehrsdrehscheibe übernehmen», sagt Samira Neuse von SBB Immobilien. «Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wollen wir mit den Projektpartnerinnen das Potenzial des Bahnhofareals ergebnisoffen prüfen – unter Berücksichtigung der Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden sowie der weiteren Akteure.» Die Migros-Pensionskasse ist als Besitzerin mehrere Liegenschaften ebenfalls beteiligt. «Die örtlichen Rahmenbedingungen sind aufgrund des knappen Platzangebots und der vielfältigen Nutzungsansprüche komplex», erklärt Reto Schär, Leiter Immobilien Schweiz der Migros-Pensionskasse. «Umso wichtiger ist es, diese zu verstehen und gemeinsam mit der Gemeinde sowie weiteren Anspruchsgruppen frühzeitig tragfähige Perspektiven zu entwickeln.»
Beni Frenkel
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