Nachhaltigkeit
Impulse für nachhaltige Städte und Gemeinden aus der Zentralschweiz
Die Gemeindestudie Social Media 2026 zeigt, dass die Schweizer Gemeinden auf Social Media aktiv sind. Foto: Gromann Partner
Social Media wird für Gemeinden zunehmend zum festen Bestandteil der Kommunikation. Besonders stark zeigt sich dieser Trend in der Zentralschweiz – allen voran im Kanton Zug. Mit einer nahezu flächendeckenden Präsenz auf Social Media nehmen die Zuger Gemeinden eine Spitzenposition ein und liegen deutlich über dem Schweizer Durchschnitt.
Der Kanton Zug nimmt in der digitalen Gemeindekommunikation eine Sonderstellung ein. Mit 90.9 Prozent der Gemeinden, die auf mindestens einem Social-Media-Kanal präsent sind, liegt Zug nicht nur an der Spitze der Zentralschweiz, sondern auch klar über dem Schweizer Durchschnitt von 49.8 Prozent. Damit ist Social Media im Kanton Zug faktisch zur kommunikativen Grundausstattung der Gemeinden geworden. Dieser hohe Wert ist umso bemerkenswerter, als Social Media in vielen Teilen der Schweiz noch immer zögerlich genutzt wird. In mehreren Kantonen ist nach wie vor mehr als die Hälfte der Gemeinden auf keinem der grossen Plattformen aktiv. Zug hebt sich davon deutlich ab und zeigt, dass auch kleinere und mittelgrosse Gemeinden Social Media gezielt einsetzen können – unabhängig von Grösse oder Urbanisierungsgrad. Im regionalen Vergleich bestätigt sich diese Vorreiterrolle. Zwar weist auch die übrige Zentralschweiz überdurchschnittliche Werte auf – etwa Nidwalden (72.7 Prozent), Luzern (72.2 Prozent), Obwalden (71.4 Prozent) und Schwyz (70 Prozent), doch kein Kanton erreicht die nahezu flächendeckende Präsenz von Zug. Uri (42.1 Prozent) liegt hingegen deutlich tiefer und unterstreicht die grossen Unterschiede selbst innerhalb einer relativ kleinen Region. Die starke Verankerung von Social Media im Kanton Zug lässt darauf schliessen, dass Gemeinden diese Kanäle nicht mehr nur als Ergänzung zur klassischen Kommunikation verstehen, sondern als direkten Draht zur Bevölkerung. Social Media ermöglicht es, Informationen rasch, transparent und niederschwellig zu verbreiten – sei es zu Abstimmungen, Bauprojekten, Veranstaltungen oder aktuellen Ereignissen. Gleichzeitig eröffnet es den Gemeinden neue Möglichkeiten des Dialogs und der Standortkommunikation.
Ein Blick auf die genutzten Plattformen zeigt: Auch im Kanton Zug folgt die Gemeindekommunikation grundsätzlich den nationalen Trends. Facebook bleibt schweizweit der am häufigsten genutzte Kanal der Gemeinden, gefolgt von Instagram und LinkedIn. Neuere Plattformen wie YouTube oder TikTok spielen bislang eine deutlich kleinere Rolle, wobei YouTube oft eher als Videoplattform denn als klassischer Social-Media-Kanal genutzt wird. Interessant wird der Vergleich jedoch bei der Reichweite. In der Zentralschweiz verfügen nicht zwingend die Kantone mit der höchsten Präsenz auch über die grössten Communities. So erreichen etwa die Luzerner Gemeinden auf Facebook die grössten Followerschaften der Region mit 132 Followern pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Auf Instagram stechen die Urner Gemeinden hervor, die trotz geringerer Verbreitung besonders engagierte Communities aufbauen und 198 Follower pro 1000 Einwohner erreichen. Auf LinkedIn wiederum führen erneut die Luzerner Gemeinden mit 64 Followern pro 1000 Einwohner. Der Kanton Zug positioniert sich in diesem Umfeld als breit aufgestellter und strategisch aktiver Kanton. Viele Gemeinden sind nicht nur auf einem, sondern auf mehreren Kanälen präsent. Besonders LinkedIn spielt eine wichtige Rolle – ein Kanal, der schweizweit zwar noch weniger verbreitet ist, aber stark wächst. Für Zuger Gemeinden ist dies naheliegend: Der Kanton ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort, und LinkedIn eignet sich besonders für Themen wie Arbeitgeberkommunikation, Standortmarketing, Verwaltungsjobs oder die Ansprache von Unternehmen und Fachkräften. Im nationalen Vergleich zeigt sich zudem, dass Social Media längst kein rein städtisches Phänomen mehr ist. Studien belegen, dass gerade kleinere und ländliche Gemeinden teilweise sehr hohe Reichweiten im Verhältnis zur Einwohnerzahl erzielen. Social Media funktioniert dort oft besonders gut, wo Nähe, Identifikation und lokale Themen im Vordergrund stehen – Faktoren, die auch für viele Zuger Gemeinden relevant sind. Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass Social Media sich zur kommunalen Normalität entwickelt , allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Der Kanton Zug nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein – nicht nur aufgrund der hohen Präsenz, sondern auch durch die Vielfalt der genutzten Kanäle und die konsequente digitale Ausrichtung seiner Gemeinden. Für andere Kantone bietet der Blick nach Zug damit wertvolle Anhaltspunkte, wie zeitgemässe, bürgernahe Gemeindekommunikation heute aussehen kann.
Michael Schwegler
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