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Bundesrat Beat Jans, Ständeratspräsident Andrea Caroni, Regierungsrätin Silvia Thalmann-Gut sowie Regierungsrat Markus Dieth
(Präsident KdK) mit Weibelinnen, prägten die Föderalismuskonfernz in Zug. Foto: Nationale Föderalismuskonferenz 2025
Zug hat zwei Tage lang im Zentrum des politischen Dialogs gestanden. Rund 230 Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien diskutierten an der Nationalen Föderalismus-konferenz 2025 über den Zentralisierungsdruck und die Zukunft des Schweizer Föderalismus.
Die Nationale Föderalismuskonferenz 2025 stellte den zunehmenden Zentralisierungsdruck und die Zukunft des Schweizer Föderalismus ins Zentrum. Zum Auftakt begrüsste Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zug Silvia Thalmann-Gut die rund 230 Teilnehmenden im Theater Casino Zug, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus allen Landesteilen. Neben Bundesrat Beat Jans traten Ständeratspräsident Andrea Caroni, KdK-Präsident Markus Dieth und der NZZ-Journalist Benedict Neff auf. In ihren Referaten beleuchteten sie das Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Gemeinden und zeigten auf, wie föderale Entscheidungsprozesse im digitalen Zeitalter funktionieren und wo Handlungsbedarf besteht. In mehreren Workshops am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden Themen wie Digitalisierung in der Demokratie, internationale Vergleichserfahrungen oder den Wettbewerb zwischen den Kantonen.
Deutlich wurde, dass der Föderalismus zwar unter Druck steht, gleichzeitig aber wichtige Chancen zur Innovation und Zusammenarbeit bietet. Der erste Konferenztag endete mit dem traditionellen Galadinner und der Verleihung des Föderalismuspreises. Ausgezeichnet wurde dieses Jahr der Verein «Schulen nach Bern» für das Projekt «SpielPolitik!», das Schülerinnen und Schüler für die direkte Demokratie sensibilisiert.
Der zweite Tag weitete den Blick auf die internationale Ebene und die Zusammenarbeit zwischen Kantonen und Gemeinden. Dr. Dr. h.c. Gret Haller eröffnete den Tag mit einem Inputreferat zum Föderalismus in der EU. Ergänzt wurde dieser Blick durch ein Statement der Jugend, vertreten durch Adriano Conte. Mit einem vergleichenden Input ordnete Prof. Dr. Claudia Brühwiler internationale Föderalismusmodelle ein. In der anschliessenden Paneldiskussion kamen Fachpersonen aus Politik, Forschung und Jugendparlamenten zusammen und sprachen darüber, wie föderale Systeme auf gesellschaftliche und globale Entwicklungen reagieren. Mehrere Kurzreferate lieferten konkrete Beispiele gelebter Kooperation – von historischen Entwicklungen über das Psychiatriekonkordat Zug–Schwyz–Uri bis hin zu digitalen Gemeindeprojekten wie «Myni Gmeind», das die Bürgernähe in einer digitalisierten Gesellschaft stärken soll.
Blick nach vorn In einem abschliessenden Rückblick fasste Konferenzbeobachter Eric Schmid die wichtigsten Eindrücke zusammen. Die abschliessende Podiumsrunde griff nochmals zentrale Thesen der beiden Tage auf mit besonderem Augenmerk auf die Rolle der Jugend im zukünftigen Föderalismus. Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut schloss die Tagung mit einem positiven Fazit. Die zweitägige Konferenz habe gezeigt, wie lebendig und dialogorientiert die politische Kultur der Schweiz sei. Der Föderalismus bleibe ein zentrales Element des politischen Systems – auch und gerade dann, wenn Anpassungen notwendig würden.
Michael Schwegler
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