Stadt Zug
Historische Kirche wird umfassend restauriert
Kinder der Stadtschulen Zug auf dem Weg ins Schullager Gottschalkenberg. Foto: zvg
Gute Nachrichten für Familien in Zug: Ab dem Schuljahr 2026/27 entfallen die Elternbeiträge für obligatorische Klassenlager. Mit diesem Schritt werden Familien finanziell und Schulen administrativ entlastet sowie ein klares Zeichen für Chancengleichheit gesetzt.
In der Stadt Zug werden die Elternbeiträge für obligatorische Klassenlager auf das Schuljahr 2026/27 hin abgeschafft. Damit reagiert die Stadt auf ein politisches Anliegen und setzt ein deutliches Zeichen zugunsten von Familien, Bildungsgerechtigkeit und administrativer Vereinfachung. Künftig übernimmt die Stadt die bisher von den Eltern getragenen Kosten vollständig. Der dadurch entstehende Minderertrag von rund 70'000 Franken pro Jahr wird im ordentlichen Budget berücksichtigt.
Klassenlager sind ein fester Bestandteil des obligatorischen Unterrichts. Sie ergänzen den Schulalltag durch gemeinschaftliche Erlebnisse ausserhalb des Klassenzimmers und leisten einen wichtigen Beitrag zur persönlichen und sozialen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Neben fachlichen Lerninhalten stehen insbesondere Teamgeist, Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenzen im Zentrum. Die mehrtägigen Aufenthalte fördern das Zusammenleben in der Gruppe, stärken den Klassenzusammenhalt und ermöglichen Erfahrungen, die im regulären Unterricht so nicht möglich wären. Stadtrat Etienne Schumpf, Vorsteher des Bildungsdepartements, betont die Bedeutung dieser Schulveranstaltungen: Klassenlager seien integraler Bestandteil des obligatorischen Unterrichts und hätten einen hohen pädagogischen Wert. Mit dem Wegfall der Elternbeiträge würden Familien gezielt entlastet und gleichzeitig unnötige bürokratische Abläufe reduziert. Bislang entrichteten Eltern – je nach Lagerort – Beiträge zwischen 80 Franken für Aufenthalte im Gottschalkenberg und bis zu 110 Franken für auswärtige Lager. Während ihrer gesamten Schulzeit nehmen Schülerinnen und Schüler an mindestens drei obligatorischen Klassenlagern teil, Wintersportlager nicht eingerechnet. Für viele Familien bedeutete dies wiederkehrende Ausgaben, die sich über die Jahre summierten. Mit der neuen Regelung entfällt diese finanzielle Belastung vollständig. Alle Kinder und Jugendlichen können künftig unabhängig von der wirtschaftlichen Situation ihrer Eltern an den obligatorischen Lagern teilnehmen, ohne dass Kostenfragen eine Rolle spielen.
Neben der direkten finanziellen Entlastung bringt die neue Praxis auch administrative Vorteile. Bis anhin waren Schulen mit der Organisation der Zahlungsabwicklung, dem Versand von Rechnungen sowie dem Mahnwesen beschäftigt. In einzelnen Fällen waren zudem individuelle Abklärungen oder Unterstützungsregelungen notwendig. Dieser zusätzliche Aufwand band Ressourcen bei Lehrpersonen, Schulleitungen und der Schulverwaltung. Mit dem Wegfall der Elternbeiträge entfallen diese Prozesse künftig vollständig. Das spart Zeit, vereinfacht Abläufe und ermöglicht es den Verantwortlichen, sich stärker auf ihre pädagogischen Aufgaben zu konzentrieren. Der politische Ursprung der Neuerung liegt in der Motion «Abschaffung der Elternbeiträge für Schullager », die am 3. Oktober 2025 von der FDP eingereicht wurde. Das Anliegen fand im Rahmen der Budgetberatung 2026 breite Unterstützung. Die Geschäftsprüfungskommission griff den Vorschlag auf und beantragte die Abschaffung der Elternbeiträge. Im Dezember 2025 folgte der Grosse Gemeinderat diesem Antrag und sprach sich für die entsprechende Anpassung aus. Der Stadtrat beantragt nun formell, die Motion erheblich zu erklären und die Umsetzung definitiv zu beschliessen.
Mit der Einführung auf das Schuljahr 2026/27 wird die neue Regelung rechtzeitig wirksam. Die Finanzierung erfolgt über das reguläre Budget der Stadt Zug, sodass für Familien keine zusätzlichen administrativen Schritte notwendig sind. Die Stadt setzt damit bewusst ein Zeichen für eine moderne, familienfreundliche Bildungspolitik. Indem obligatorische schulische Angebote vollständig öffentlich finanziert werden, wird der Grundsatz gestärkt, dass der Zugang zu Bildung und gemeinschaftlichen Lernerfahrungen nicht von individuellen finanziellen Möglichkeiten abhängen soll. Die Abschaffung der Elternbeiträge ist somit mehr als eine rein finanzielle Massnahme. Sie steht für eine Vereinfachung von Prozessen, für eine Entlastung der Lehrpersonen und Schulleitungen sowie für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Für viele Familien bedeutet der Entscheid eine spürbare Erleichterung – und für die Schülerinnen und Schüler bleibt das Klassenlager das, was es sein soll: eine wertvolle, gemeinsame Erfahrung ohne finanzielle Hürden im Hintergrund.
Uwe Guntern
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