Nachhaltigkeit
Impulse für nachhaltige Städte und Gemeinden aus der Zentralschweiz
Nach monatelanger Abklärung hat es geklappt. Stefan Horvath steht erleichtert neben dem öffentlichen Kühlschrank.
Seit Kurzem steht beim Bahnhof Baar ein Kühlschrank vom «Madama Frigo» und hilft mit, noch geniessbare Lebensmittel vor der Entsorgung zu retten. Die Initiative ging vom Sozial- und Beratungsdienst St. Martin der Pfarrei Baar aus, welcher den Kühlschrank auch betreut.
Stefan Horvath ist erleichtert, denn der Installation des Kühlschrankes von «Madama Frigo» ging ein monatelanger Hürdenlauf mit Abklärungen voraus. «Am Schluss hat es geklappt. Die SBB haben den Standort mit einem Vertrag bis Frühling 2028 zugesagt und dies nota benekostenlos und ohne Stromrechnung», strahlt der Leiter des Sozial- und Beratungsdienst St. Martin der Pfarrei Baar.
Für ihn ist der Standort ideal: «Er liegt zwischen dem Bahnhof und dem Caritas-Laden, in welchem Armutsbetroffene günstiger einkaufen können.» Horvath hofft, dass sie gelegentlich auch noch kostenlos zusätzliche Lebensmittel im Kühlschrank finden werden. Um Lieferung und Installation des zweckmässig und wetterfest konstruierten Kastens mit Kühlschrank musste sich Horvath nicht kümmern, dies besorgte «Madame Frigo».
Wo andernorts «Madame Frigo» Anlaufschwierigkeiten hat, bis der Standort bekannt wird, nimmt Stefan Horvath wahr, dass der soziale Kühlschrank in Baar bereits angekommen ist. Auf jeden Fall wird er bereits genutzt, das heisst: Er wird gefüllt und geleert. Dass neben Steinhausen und Unterägeri jetzt in Baar ein dritter Standort im Kanton geschaffen werden konnte, freut Horvath sehr. Ein paar Strassen weiter, in der Stadt Zug, konnte der Stadtrat keine Freiwilligen finden, die bereit waren, sich um den Betrieb eines solchen Kühlschrankes zu kümmern. In Baar übernimmt dies der Sozial- und Beratungsdienst St. Martin, welcher in der Nähe seine Büros hat. Bereits haben sich bei Stefan Horvath erste Freiwillige zum Mithelfen angefragt.
Das Konzept ist simpel: Was Du nicht mehr brauchst, bringst Du und was Dir zuhause gerade fehlt, holst Du Dir. Freiwillige halten den Kühlschrank sauber, sorgen dafür, dass keine verdorbenen Waren im Angebot sind und das Lebensmittelgesetz eingehalten wird. Dafür wird der Kühlschrank auch drei bis vier Mal pro Woche kontrolliert und gereinigt. In der Schweiz tragen Privathaushalte etwa zur Hälfte von 2,8 Millionen Tonnen pro Jahr zu Food Waste, bei, gut ein Drittel aller Lebensmittel landen im Abfall. In Ländern des Südens, in denen beinahe 50 Prozentdes verfügbaren Geldes für Nahrungsmittel ausgegeben werden, ist Wegwerfen von Lebensmitteln kein Thema.
Arnold Landtwing
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